Hinter diesen Baumhauschalets steht Sebastian Finster mit seiner Familie. Ihr Konzept setzt nicht auf möglichst viel Ausstattung oder luxuriöse Inszenierung – stattdessen sollen sich die Häuser in die waldige Landschaft einfügen und Gästen helfen, für einige Tage Abstand vom Alltag zu gewinnen. Auf dem Gelände fehlt jenes permanente Grundrauschen, das andernorts kaum noch auffällt. „Irgendwo läuft immer Musik, irgendwo läuft immer die Spülmaschine. Hier im Steigerwald kehrt Ruhe ein.“ Genau darin sieht Sebastian Finster eine der größten Qualitäten des Ortes.
Von der geplatzten Fernreise zum Urlaub vor der Haustür
Die Idee der Baumhäuser in Unterfranken begann ausgerechnet mit einer Reise nach Neuseeland. Drei Monate wollte die Familie dort verbringen, bevor die Kinder eingeschult werden sollten. Zeit und Budget waren reserviert, dann machte die Pandemie die Pläne zunichte.
Fast gleichzeitig musste die kaputte Dachrinne eines alten, nicht mehr genutzten Stalls auf dem Familiengrundstück repariert werden. Statt weiter Geld in das leerstehende Gebäude zu stecken, baute die Familie es zur Unterkunft um. In einem kleinen Wäldchen daneben entstanden zwei Stelzenhäuser, angelehnt an ein Baumhaus, das Finster zuvor für seine Kinder gebaut hatte.
Aus Reisebudget, freier Zeit und einer kaputten Dachrinne entstand die „Schlafstaelle“. Das Projekt zeigte schnell, dass eine Auszeit nicht möglichst weit entfernt sein muss, um sich weit weg anzufühlen.
Der richtige Ort liegt im Steigerwald
Der Erfolg der ersten Unterkunft bestärkte die Familie. Gleichzeitig störte Finster, dass durch das kleine Wäldchen weiterhin benachbarte Häuser zu sehen waren. Das Konzept sollte weiter hinaus in die Natur.
Mehr als eineinhalb Jahre suchte Finster nach einer passenden Fläche. Rund 20 bis 25 Grundstücke wurden geprüft. Schließlich fand er eine ehemalige, teilweise noch bestehende Obstplantage am Rand des Steigerwalds – direkt am Wald, mit Blick ins Tal, einem See auf dem Gelände und einem Bach unterhalb.
Mehrere Hundert Bäume wurden bereits gepflanzt, weitere sollen folgen. Sie schaffen Abstand zwischen den Häusern und langfristig mehr Privatsphäre. Das Areal soll mit den Jahren nicht dichter bebaut, sondern dichter bewachsen werden.
Minimalistische Architektur mit Pioniergeist
Von außen wirken die Häuser bewusst reduziert. Ihre dunklen Korkfassaden nehmen die Farben von Baumstämmen, Boden und Hang auf. Gerade in den laubärmeren Monaten des Jahres fügen sie sich beinahe unauffällig in die Umgebung ein.
Auch beim Bau wird auf Materialien gesetzt, die in Ferienunterkünften noch selten sind: „Bei uns kann man nachhaltiges Bauen vor Ort erleben – angefangen bei den Schraubfundamenten über die Holzstützen und Holzbausteine bis zu den Strohplatten, der Korkfassade und der Dachbegrünung“, sagt Sebastian Finster. Viele der beteiligten Handwerker kommen aus einem Umkreis von rund zehn Kilometern.
Nachhaltigkeit versteht Finster dabei nicht als makelloses Versprechen, sondern als Abwägung. Wegen der großen Fensterflächen verfügen die Häuser über eine Klimaanlage, die auch zum Heizen genutzt werden kann. Der benötigte Strom soll möglichst durch eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt werden.
Der Anspruch ist nicht, auf modernen Komfort zu verzichten. Er soll nur so verantwortungsvoll wie möglich umgesetzt werden.
Hier zählen auch die inneren Werte
Während die Häuser außen eine ruhige Einheit bilden, bekommt jedes innen dann seinen eigenen Charakter – vom Boho-Look bis zum Siebzigerjahre-Charme.
Viele Materialien bringen bereits eine Geschichte mit. Alte Türen wurden über regionale Kontakte und Kleinanzeigen zusammengetragen. Abgestorbene Obstbäume dienen als Garderoben, Bücher aus einer aufgelösten Bibliothek als Hocker.
Sebastian Finster und seine Familie folgen keinem standardisierten Interiorstil. Die Räume entstehen aus Fundstücken, ungewöhnlichen Kombinationen und der Frage, welches neue Leben ein scheinbar ausgedienter Gegenstand bekommen könnte. Jedes Baumhauschalet soll anders aussehen und einen Moment erzeugen, in dem Gäste genauer hinsehen.
Warum sich bereits wenige Tage wie eine richtige Auszeit anfühlen
Die Baumhäuser sind bewusst kompakt. Das Bett liegt geschützt in einer Nische, große Fenster öffnen den Blick nach draußen. Weniger Raum und weniger Ablenkung sollen Gästen helfen, ihre Umgebung – und sich selbst – wieder bewusster wahrzunehmen.
Für Finster entsteht Luxus dabei nicht durch möglichst viele Quadratmeter. Entscheidend sei das Gefühl, für zwei oder drei Nächte näher bei sich zu sein und sich mit weniger Dingen beschäftigen zu müssen.
Dazu kommt die Ruhe des Steigerwalds. Natürlich fährt gelegentlich ein Traktor über einen Acker. Am See sind Frösche zu hören, im Wald Vögel. Doch einzelne Geräusche wirken anders, wenn darunter kein permanenter Dauerton liegt.
Auch die Region selbst bleibt vielerorts angenehm unaufgeregt. Finster beschreibt Wanderungen von mehreren Stunden, bei denen Gäste nur wenigen Menschen begegnen. Gerade diesen Vorteil will er bewahren – mit sanftem Tourismus statt Masse.
Jedes Haus funktioniert zudem als eigener Rückzugsort. Gäste können kochen, für sich bleiben und ihre Auszeit unabhängig gestalten. Ergänzend wurde ein zentraler Bereich mit großer Terrasse und Outdoor-Küche geplant. Dort können Menschen zusammenkommen, wenn ihnen nach Gesellschaft ist. Wer lieber zu zweit bleibt, muss ihn nicht nutzen.
Das Erlebnis bei mydays
In den individuell gestalteten Baumhauschalets im Steigerwald verbringen Gäste eine Auszeit mitten in der Natur. Kork, Holz, Stroh, begrünte Dächer und kreative Wiederverwendung prägen den Ort. Statt Fernreise wartet ein ruhiger Rückzugsort am unterfränkischen Waldrand – mit Blick ins Tal, viel Privatsphäre und möglichst wenig Ablenkung. Exklusiv bei mydays lässt sich die Auszeit als Candle-Light-Übernachtung für zwei buchen – inklusive romantischem Kerzenlicht, Prosecco und Polaroidkamera für unvergessliche Erinnerungen.
Die nächste Ausgabe von „Story behind“ folgt im August.




