Die Gäste nehmen auf gesicherten Sitzen Platz, der Service bewegt sich in der Mitte der Plattform, dann hebt der Kran den gedeckten Tisch langsam an. Gespräche laufen weiter, Gläser werden festgehalten, die ersten schauen nach unten. Nach wenigen Metern ist dann klar: Dieses Dinner beginnt nicht wie sonst mit der Vorspeise, sondern erst einmal mit dem Blick in die Tiefe. Besteck, Gläser, Drinks, Aussicht — alles ist da, aber nichts daran fühlt sich nach klassischem Restaurantbesuch an.
In dieser Saison steht die Küche im Zeichen des Mittelmeers: italienisch inspirierte Menüs bei Lunch und Dinner in the Sky, spanische Tapas bei Tapas & Wine in the Sky. Dazu Wein, Welcome Drink und eine Aussicht, die je nach Standort Skyline, Wasser, Dächer oder Dom ins Bild setzt.
Vom PR-Stunt zum globalen Erlebnisformat
Die Idee zu Dinner in the Sky entstand aus der Zusammenarbeit verschiedener Experten aus Food-PR, Kran-Technik, Bungee-Jumping und Event-Marketing. Der Auslöser war die Anfrage nach einem Dinner, das es so noch nie gegeben hatte. Aus der ersten Skizze einer schwebenden Plattform wurde schnell mehr als ein Gedankenspiel — auch, weil Rafael Moreno früh erkannte, dass das Konzept nicht nur als einmaliger PR-Stunt funktionieren konnte.
2007 brachte Moreno den ersten Tisch nach Deutschland und inszenierte Dinner in the Sky am Schokoladenmuseum in Köln für ProSieben Galileo. Danach verbreitete sich das Konzept schnell. Heute ist Dinner in the Sky in zahlreichen Ländern vertreten und wurde international mehrfach ausgezeichnet.
„Dinner in the Sky ist im Grunde wirklich aus der Idee entstanden, etwas kreieren zu wollen, das es noch nie gab“, sagt Moreno.
Warum die Höhe den Genuss verändert
Dinner in the Sky lebt von der Höhe, aber soll keine Mutprobe sein. Interessant wird das Erlebnis, weil man oben weniger nebenbei macht. Man schaut genauer auf den Teller, hört Gesprächen anders zu und achtet mehr auf die Menschen, mit denen man die Aussicht teilt.
Die Plattform schwebt standardmäßig auf rund 50 Metern. „Die 50 Meter sind als Höhe absolut ausreichend, um über den Dächern der Stadt ein solches Erlebnis zu erleben und einen fantastischen Ausblick zu bieten“, sagt Moreno. Und nicht zu hoch, dass sich keiner traut.
Mediterrane Küche mit Aussicht
Kulinarisch ist Dinner in the Sky in dieser Saison mediterran angelegt. Hier erwartet die Gäste ein italienisch inspiriertes 4-Gänge-Menü mit Amuse-Bouche, Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Serviert werden unter anderem Carpaccio di Bresaola mit Caponata Siciliana, Polpettine di Vitello, Scaloppina al Limone sowie Panna Cotta al Mango und Tiramisù al Nutella. Auch vegetarische Varianten sind vorgesehen, darunter Carpaccio di Barbabietola, Parmigiana di Melanzane und Albóndigas de Espinaca.
Beim Lunch in the Sky wird das Erlebnis kompakter: ein 3-Gänge-Menü, ebenfalls italienisch inspiriert. Es ist die leichtere Variante für alle, die das Format tagsüber erleben wollen.
Neu ist Tapas & Wine in the Sky. Hier wird es gesellig: Burrata auf geröstetem Brot, Caponata Mediterránea, Gazpacho Andaluz, Patatas Bravas und weitere Tapas-Variationen. Es wird geteilt, probiert, angestoßen.
Aus Fremden werden Tischnachbarn
Der vielleicht schönste Effekt von Dinner in the Sky zeigt sich erst oben: Menschen, die sich vorher nicht kannten, kommen ins Gespräch, tauschen Nummern aus, stoßen gemeinsam an. Sie teilen denselben Tisch, denselben Blick und dieses kleine Kribbeln, das alle sofort verbindet.
Es geht laut Moreno nicht nur um Höhe und Aussicht, sondern um gemeinsame Zeit, an die man sich später erinnert — an das Essen, die Menschen am Tisch und den Moment, in dem man sich dem Boden langsam wieder nähert.
„Wenn die Menschen runterkommen, sich bedanken und mit einem breiten Lächeln nach Hause gehen, ist das ein großer Lohn“, sagt Moreno.
Safety first
So leicht das Erlebnis wirken soll, so präzise ist die technische Seite. Die Plattform wird jährlich durch unabhängige Sachverständige geprüft, ebenso die tragenden Stahlseile. Gäste sitzen in gesicherten, beweglichen Sitzen; Koch und Servicekräfte sind über Lifelines an der Plattform befestigt. Die Crew ist darauf geschult, auch mit Gästen umzugehen, die vor dem Start Respekt vor der Höhe haben.
Dass Nervosität dazugehört, ist einkalkuliert. Viele Gäste kommen mit einer Mischung aus Vorfreude und Anspannung. Die meisten gewöhnen sich schnell an die Höhe. Falls jemand dennoch nicht oben bleiben möchte, wird die Plattform wieder abgesenkt.
„Wenn jemand wirklich Angst hat und wir die Person nicht verbal auffangen können, gibt es keinen Kompromiss“, sagt Rafael Moreno. „Dann fahren wir runter, schnallen die Person ab, sie bekommt natürlich trotzdem ihr Menü — und danach geht es wieder hoch.“
Das Erlebnis bei mydays
Über mydays sind aktuell drei Varianten buchbar: Dinner in the Sky, Lunch in the Sky und Tapas & Wine in the Sky. Die Erlebnisse finden von Juli bis Oktober in Köln, Düsseldorf und Hamburg statt.
Bei Dinner in the Sky verbringen die Gäste rund 75 Minuten in der Luft und genießen ein 4-Gänge-Menü inklusive Getränkebegleitung. Lunch in the Sky dauert rund 60 Minuten und umfasst ein 3-Gänge-Menü. Tapas & Wine in the Sky bringt für rund 30 Minuten spanische Genussmomente auf die Plattform — inklusive Tapas-Auswahl und Weinbegleitung.
Die nächste Ausgabe von „Story behind“ folgt im Juli.



